{"id":807,"date":"2021-04-28T08:08:45","date_gmt":"2021-04-28T06:08:45","guid":{"rendered":"https:\/\/arminius-projects.com\/?p=807"},"modified":"2021-05-05T14:36:06","modified_gmt":"2021-05-05T12:36:06","slug":"earned-value-analyse-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arminius-projects.com\/de\/earned-value-analyse-2\/","title":{"rendered":"Wie man die besonderen Herausforderungen bei Offshore-Projekten mit Hilfe der Earned Value Analyse meistert"},"content":{"rendered":"\n<p>(03.05.2021, C. Brauner, R. Rosenboom, C. Kiencke)<\/p>\n\n\n\n<p>Im ersten Teil des Artikels haben wir einen kurzen Einblick in die Earned Value Analyse gegeben und gezeigt, welche Informationen daraus abgeleitet werden k\u00f6nnen. Im zweiten Teil werden wir nun erkl\u00e4ren, wie die Earned Value Analyse dazu beitragen kann, die besonderen Herausforderungen von Offshore-Projekten zu meistern.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sehr hoher, kostspieliger Ressourcenaufwand<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Ressourcenaufwand ist vor allem bei Offshore-Projekten sehr hoch. Dadurch, dass die Tages\u00e4tze meist h\u00f6her sind (bei 12 h-Arbeitszeit) und den damit verbundenen sehr hohen Transport- und Unterbringungskosten ist jede Stunde Arbeitszeit ohne zu untertreiben \u201eGold\u201c wert. Die Earned Value Analyse kann sehr schnell aufzeigen, ob der Arbeitsfortschritt wie geplant ist oder ob es zu Verz\u00f6gerungen kommt. Zumeist auf Tagesbasis wird verfolgt, ob der Fortschritt dem Plan entspricht, indem aufgezeigt wird, ob der Arbeitsplan erf\u00fcllt worden ist. Wenn f\u00fcr einen Tag mit 30 Mitarbeitern der Fortschritt aufgenommen wird, dann gibt die Earned Value Analyse einen Wert zur\u00fcck, der auf der urspr\u00fcnglichen Planung resultiert. X % Fortschritt gibt eventuell einen Value von 20 Mitarbeitertagen zur\u00fcck. Die Analyse liefert Zahlen, Daten und Fakten, welche Grundlage f\u00fcr objektivierte Diskussionen sind. Wenn das Projekt aus dem Ruder l\u00e4uft, wird dies sehr fr\u00fchzeitig sichtbar gemacht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Herausfordernde Kommunikation durch wechselnde Teams (Back-to-back Teams)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Offshore-Bereich ist durch sehr internationale Teams gepr\u00e4gt. Die Mitarbeiter haben sehr unterschiedliche Hintergr\u00fcnde und Herangehensweisen bei der F\u00fchrung von Teams. Mit der Earned Value Analyse hat man ein einheitliches Reporting Tool, welches den Fortschritt grafisch aufzeigt. So unterschiedlich die Mitarbeiter Offshore auch sind \u2013 alle haben einen technischen Hintergrund und verstehen die grafischen Darstellungen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Remote Teams<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Auf einer Offshore-Baustelle ist es schwer sich als Projektleiter pers\u00f6nlich ein Bild vom Fortschritt zu machen. Das Reporting l\u00e4uft \u00fcber die Bauleiter vor Ort. Daher liefert diese Analyse deutlich den Aufwand, der dem jeweiligen Fortschritt gegen\u00fcbersteht. W\u00e4hrend ein Bauleiter nach einer Woche noch behaupten kann \u201eDas kriegen wir schon hin\u201c, sieht die Argumentation nach einer weiteren Woche anders aus, wenn mit dem geplanten Ressourceneinsatz nur beispielsweise 50 % des Fortschritts aufgezeigt wird. Die Analyse spuckt dann n\u00e4mlich sofort aus, dass f\u00fcr 100 % des geplanten Fortschritts das doppelte des Ressourceneinsatz notwendig ist. Bei limitierten Einsatzm\u00f6glichkeiten w\u00fcrde dies eine Zeit\u00fcberschreitung von 100 % bedeuten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Projekte mit inh\u00e4renten hohen Risiken<\/strong><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Projekte mit hohen Risiken, bspw. Wetterrisiken, bergen ein hohes Streitpotential zwischen den verschiedenen Parteien. Mit der Earned Value Analyse bleiben Sie am Ball Baubehinderungen zu dokumentieren und zu quantifizieren. Auf die so dokumentierten Daten k\u00f6nnen Sie auch lange Zeit sp\u00e4ter noch wieder zur\u00fcckgreifen, wenn das Projekt bereits abgeschlossen ist, aber die Claim-Manager die Claims noch abarbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Selbstl\u00e4ufer ist die Analyse mitunter nicht, aber durch das Beachten der folgenden Erfolgsfaktoren kann diese Analyse ein wichtiger Bestandteil des Projektcontrollings sein:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Transparente und nachvollziehbare Bewertung der Arbeitspakete<\/li><li>Fr\u00fchzeitige Einbindung der Analyse in die Planung<\/li><li>Transparente Bewertung des Arbeitsfortschritts<\/li><li>Regelm\u00e4\u00dfige Auswertung, Analyse und Bewertung<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Transparente und nachvollziehbare Bewertung der Arbeitspakete<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Bewertung der Arbeitspakete aus dem Projektstrukturplan sollte sehr transparent gestaltet sein. Die zugrunde liegenden Annahmen sollten einheitlich und dokumentiert sein. Es werden sich in der Analyse Abweichungen, mitunter auch systematische Abweichungen, ergeben. Das ist erstmal unproblematisch, solange die Bewertung einheitlich durchgef\u00fchrt worden ist. Zu einem gewissen Zeitpunkt kann es notwendig sein eine Neubewertung durchzuf\u00fchren und die Planung anzupassen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fr\u00fchzeitige Einbindung der Analyse in die Planung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn das Projekt in die Realisierungsphase geht, sollte die Analyse fertig aufgesetzt sein, sodass das Projektcontrolling ab dem ersten Tag durchgef\u00fchrt werden kann. Wenn das System hakt, kann die Akzeptanz der Beteiligten schnell sinken. Es soll die Abl\u00e4ufe unterst\u00fctzen und nicht ausbremsen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Transparente Bewertung des Arbeitsfortschritts<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der t\u00e4gliche Input sind der Arbeitsfortschritt und die eingesetzten Ressourcen. Letzteres ist generell leicht quantifizierbar. Der Arbeitsfortschritt ist in der Regel Grundlage f\u00fcr Diskussionen. Bei Back-to-back Teams kann durchaus beobachtet werden, dass das eine Team den Fortschritt f\u00fcr Arbeitspakete vorausnimmt und das n\u00e4chste Team diesen Fortschritt erst erarbeiten muss. Daf\u00fcr m\u00fcssen klare Bewertungsregeln festgelegt werden. Wichtig ist aber auch hier, dass man dann schon auf einer kennzahlenbasierten Diskussion angelangt ist.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Regelm\u00e4\u00dfige Auswertung, Analyse und Bewertung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die erfolgreiche Umsetzung dieser Analyse ist es wichtig, dass die Auswertungen und Analysen t\u00e4glich durchgef\u00fchrt werden. So ist gew\u00e4hrleistet, dass keine L\u00fccken und kein Datenstau entstehen. Die Durchf\u00fchrung der Analyse ist mit Arbeit verbunden, aber mit dem Ziel ein Frontloading zu f\u00f6rdern. Bei besonders kritischen Projekten ist eine t\u00e4gliche Bewertung der Daten notwendig und Abweichungen konsequent zu hinterfragen.<\/p>\n\n\n\n<p>Oft sagt das Bauchgef\u00fchl des Projektleiters \u201eDas kriegen wir schon hin, das passt alles\u201c. Doch die durch die Earned Value Analyse begr\u00fcndeten Zahlen, Daten und Fakten geben den tats\u00e4chlichen Aufschluss dar\u00fcber, ob der Ressourceneinsatz ausreichend ist und ob die umgesetzten Ma\u00dfnahmen in Bezug auf den Workflow greifen. Diskussionen mit Remote Teams k\u00f6nnen anhand der Auswertung versachlicht werden. Man schafft eine Grundlage f\u00fcr sachliche Reviews und verl\u00e4sst Diskussionen \u00e0 la \u201eDas wird schon klappen!\u201c. Das Verfahren verringert den Interpretationsspielraum und bietet reproduzierbare Kennzahlen.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Teil des Projektcontrollings hat uns diese Analyse bereits sehr gute Dienste geleistet und zur Termin- und Kostensicherung beigetragen. Auf Risikor\u00fccklagen musste nicht zur\u00fcckgegriffen werden und durch eine l\u00fcckenlose Dokumentation hatte man gute Grundlagen f\u00fcr das Claim Management.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><em>Quelle f\u00fcr die Earned Value Analyse:  A Guide to the Project Management Body of Knowledge, Sixth Edition, 2017, <a href=\"https:\/\/www.pmi.org\/\"><span class=\"has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color\">Project Management Institute<\/span><\/a><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Photo im Header: \u00a9DJ &#8211; stock.adobe.com<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(03.05.2021, C. Brauner, R. Rosenboom, C. 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